{"id":936,"date":"2015-01-09T18:47:14","date_gmt":"2015-01-09T16:47:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/?page_id=936"},"modified":"2020-10-08T14:03:56","modified_gmt":"2020-10-08T12:03:56","slug":"forum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/en\/projekte\/forum\/","title":{"rendered":"Forum"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-304 size-large\" src=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie-726x1024.jpg\" alt=\"forum3 Kopie\" width=\"726\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie-726x1024.jpg 726w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie-284x400.jpg 284w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie-768x1083.jpg 768w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie-213x300.jpg 213w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum3-Kopie.jpg 1300w\" sizes=\"(max-width: 726px) 100vw, 726px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>\u201cForum\u201d<\/strong><\/p>\n<p>2005\/2006<\/p>\n<p>K\u00f6ln, Galerie Stracke<\/p>\n<p>Frankfurt, ART<\/p>\n<p>Aschaffenburg, Neuer Kunstverein<\/p>\n<p>Materials: wood, cancas, vat paper with cast signs, neon, stainless steel<\/p>\n<p>Size: 3,2m x 7m x 2,9m<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>The following text by Joachim Geil is presently available in German only. A translation will be supplied as soon as possible.<\/p>\n<p>FORUM<\/p>\n<p>Der r\u00f6mische Begriff Forum steht f\u00fcr die grunds\u00e4tzliche Organisation des \u00f6ffentlichen Lebens in einer Stadt. Forum kennzeichnet den Lageplan eines urbanen Zentrums, in dem alle Belange der zivilen Gesellschaft und des Handels geregelt werden. Geplant wird das gesellschaftliche Zusammenleben im R\u00f6mischen Reich. Der Plan ist ein System, innerhalb dessen alles Leben geordnet abgewickelt wird. Der Mensch verschwindet hinter den Rastern der Funktion, die er sich als sinnvolles Mitglied der Gesellschaft selbst auferlegt.<\/p>\n<p>Mit seinem Raum FORUM n\u00e4hert sich Ulrich Wagner wie bereits in anderen Raumarbeiten dem Planleben und Plansterben. Geometrische Zeichen f\u00fcgen sich in\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-310 size-medium\" src=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1-320x400.jpg\" alt=\"forum1\" width=\"320\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1-320x400.jpg 320w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1-768x960.jpg 768w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1-819x1024.jpg 819w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1-240x300.jpg 240w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum1.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>einer gerasterten Strenge zu Gitterstrukturen, deren Bedeutung assoziativ deutlich wird, ohne konkret zu deuten. Gigantische St\u00e4dte, die Millionen von Menschen fassen und organisieren sollen, werden zu austauschbaren Quadraten und Rechtecken.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Arbeiten wie BLACK BOX tauchte neben den Rei\u00dfbrettvisionen von Mexico City und Manhattan auch die T-f\u00f6rmige Entwesungskammer in Auschwitz auf. Die unfassbare funktionale Banalit\u00e4t und die strukturelle \u00c4hnlichkeit zwischen den Todesfabriken und den Metropolen der Neuzeit machten klar, dass selbst einfache geometrische Zeichen durch die Belegung mit Bedeutung ihre Unschuld verloren haben.<\/p>\n<p>Diesem Umstand begegnet Wagner auch in FORUM mit hieratischer Strenge und schafft einen Raum, der an \u00e4gyptische Grabkammern erinnert. Doch seine hieroglyphenhaften Zeichen sind in ihrer semantischen Offenheit nur entfernt verwandt mit den Ideogrammen \u00c4gyptens, wenngleich auch die hieroglyphischen Kult- und Totenb\u00fccher bis heute nicht v\u00f6llig entr\u00e4tselt werden konnten. So entsteht eine semantische Nische, in der das offenbar Unsagbare ungesagt bleiben kann. Genau f\u00fcr diese Nische schafft Ulrich Wagner R\u00e4ume, die den Betrachter architektonisch wie optisch zu einer Haltung von Respekt zwingen. Bereits das Betreten kann nicht ohne eine geb\u00fcckte K\u00f6rperhaltung unternommen werden. Nicht unbedingt Demut ist die Folge, aber ganz sicher Konzentration.<\/p>\n<p>In FORUM wirft der spiegelnde Fu\u00dfboden den gebeugt zu Boden schauenden Betrachter optisch, die zu vermeidende Ber\u00fchrung der Decke mit dem Kopf haptisch auf sich selbst zur\u00fcck. Grundlegende Struktur ist ein Gitter aus kleinen Quadraten, auf denen oder zwischen denen Zeichen und K\u00fcrzel architektonischer Sprache sichtbar werden. Dabei wird die Strenge der vertikal-horizontalen Zeichenanordnung durch diagonale Ordnungen aufgebrochen, die in ihrer Dynamik stets auf die m\u00f6gliche Aushebelung des Systems verweisen.<\/p>\n<p>Wagners sichtbare Gitterraster sind m\u00f6glicherweise Andeutungen von Manhattan, m\u00f6glicherweise von Mexico City, m\u00f6glicherweise Spuren des antiken Forums von Colonia Claudia Ara Agrippinensium, m\u00f6glicherweise Spuren des antiken Milit\u00e4rlagers Divitia. \u00a0Sie visualisieren einen geplanten urbanen Raum. Wagners Raum organisiert den Akt des Betretens und den der Wahrnehmung. Im Zentrum steht das Titel gebende Deckenmotiv mit architektonischen Andeutungen des antiken K\u00f6lner Forums.<\/p>\n<p>FORUM als Raum deutet durch optische Zeichen historische Modelle einer Lebensform an und ist selbst Modell. Als modellhafte M\u00f6glichkeit taucht auf, was historisch der Fall sein kann. Das r\u00f6mische K\u00f6ln, das Milit\u00e4rlager Deutz. Die quadratischen Geb\u00e4ude mit den quadratischen Atrien im Innern, abgeschottet vom Drau\u00dfen der Stra\u00dfe. Die privaten Geb\u00e4ude mit den Alt\u00e4ren der Hausg\u00f6tter. Die Tempel der Staatsg\u00f6tter auf dem Forum. Und dar\u00fcber und darunter wieder Manhattan, Mexico City &#8230; Analogien ohne semantische Sicherheit gestehen dem Konstruktiven seine Freiheit zu.<\/p>\n<p>Dem klassischen White Cube eines musealen Raumes, der sich der neutralen Pr\u00e4sentation von k\u00fcnstlerischen Ideen verschrieben hat, setzt Wagner einen Dunkelraum entgegen, der stets Raum im Raum ist und den Umraum v\u00f6llig aufhebt. Wie die Cellae der Podiumstempel eines antiken Forums, die hinter einem S\u00e4ulenumgang den heiligen Dunkelraum umschlossen, konfrontiert Wagner in FORUM den Betrachter mit der Struktur eines Wissens, das sich nicht entschl\u00fcsseln l\u00e4sst. Stadttore, Ausfallstra\u00dfen, urbane Bewegungsachsen werden \u00fcbereinander gelegt zu einem Zeichencluster, das bei aller Einfachheit der Einzelzeichen die Komplexit\u00e4t des Systems mit den m\u00f6glichen gesellschaftlichen Analogien verdeutlicht. Hierf\u00fcr hat Ulrich Wagner ein \u00e4sthetisches Forum geschaffen.<\/p>\n<p>Joachim Geil<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-307 size-large\" src=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1-727x1024.jpg\" alt=\"forum2 Kopie\" width=\"727\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1-727x1024.jpg 727w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1-284x400.jpg 284w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1-768x1081.jpg 768w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1-213x300.jpg 213w, https:\/\/ulrichwagner-art.de\/uw20\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/forum2-Kopie1.jpg 1300w\" sizes=\"(max-width: 727px) 100vw, 727px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cForum\u201d 2005\/2006 K\u00f6ln, Galerie Stracke Frankfurt, ART Aschaffenburg, Neuer Kunstverein Materials: wood, cancas, vat paper with cast signs, neon, stainless steel Size: 3,2m x 7m x 2,9m &nbsp; The following text by Joachim Geil is presently available in German only. 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